Zusammenfassung

Durch zunehmende Migration, Multikulturalität und Mehrsprachigkeit in europäischen Länder verändert sich der Sprachunterricht. Das Projekt MARILLE sieht sich den Unterricht in der Unterrichtssprache an, die meist auch Amtssprache des Landes ist. Thema ist also das Unterrichtsfach Deutsch in Österreich, Englisch in Großbritannien oder Ungarisch in Ungarn (wir nennen das "Mehrheitssprachenunterricht"). Die Lehrenden dieser Fächer wurden in ihrer Ausbildung meist weniger als z.B. Fremdsprachenlehrerinnen darauf vorbereitet, eine Sprache als Zweitsprache zu vermitteln oder das plurilinguale Repertoire ihrer Schüler/innen zu entwickeln. MARILLE macht es sich zum Ziel, erfolgreiche Strategien der Lehrkräfte und der Bildungssysteme im Umgang mit dieser neuen Herausforderung zu erforschen, zu vergleichen und gute Praxisbeispiele auszuwählen. Ergebnis soll eine Sammlung von Ressourcen und guten Beispielen sein, die Lehrkräfte in der Sekundarschule beim Umgang mit Plurilingualität unterstützen, sowie ein Katalog von Prinzipien und Maßnahmen, wie Plurilingualismus im Mehrheitssprachenunterricht gefördert werden kann.

Das Projekt beschäftigt sich mit den Strategien und Methoden, die Lehrende und Bildungssysteme verschiedener Länder gefunden haben, um Plurilingualismus in das Schulfach, das konventioneller Weise dem Mehrheitssprachenunterricht vorbehalten ist, in Sekundarschulen zu integrieren. Heute bringen Kinder viele verschiedene Sprachen in die Schule mit. Das bedeutet, dass die Vermittlung der Unterrichtssprache sich vom Erstsprachenunterricht wegbewegen und Elemente des Zweitsprachenunterrichts übernehmen muss, zu Gunsten der SchülerInnen, deren Erstsprache sich von der Unterrichtssprache unterscheidet. Außerdem muss der Unterrichtssprachen-/Mehrheitssprachenunterricht in plurilinguale Bildungskonzepte wie Gesamtsprachencurriculum und Sprachbewusstheit integriert werden. Das Projekt soll sich die Entwicklung von Unterrichtssprachen-/Mehrheitssprachenunterricht in Sekundarschulen in den MItgliedsstaaten des EFSZ daraufhin ansehen, welche Strategien von den Lehrenden im Klassenzimmer eingesetzt werden.Wie hängen diese Strategien mit der nationalen/lokalen/regionalen Situation zusammen?  Welche Strategien könnten in andere Kontexte übertragen werden? Wie sind Curriculumreform, Lehreraus- und -fortbildung und die konkrete Unterrichtspraxis mit den Herausforderungen multilingualer Gesellschaften und plurilingualer Studierender umgegangen? Ziel ist es, Strategien der geplanten Veränderung zu identifizieren, beschreiben und operationalisieren, die es ermöglichen, eine "plurilingualen Wende" zur Neuorientierung des Mehrheitssprachenunterrichts umzusetzen.

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