Kontext

Hintergrund des Projekts ist die Unangemessenheit und der Reformbedarf der konventionellen monolingualien Schulsysteme für plurilinguale Schüler and multilinguale Gesellschaften. Pluri-/Multilingualismus, der oft als Problem gesehen wird, sollte als Ressource erkannt werden, die dem Sprachenunterricht nützt. Wir möchten in lezter Konsequenz individuelle Lehrkräfte erreichen, die ihre Expertise über ihre ursprüngliche Ausbildung hinaus weiterentwickeln müssen, um "Agenten der Reform" zur Verbesserung des Sprachenunterrichts zu werden. Wir betrachten das Schulfach, dass im "Guide for the Development of Language Education Policies in Europe" des Europarats (2007) abwechselnd als "National-", "offizielle", "Unterrichts-" oder "Bildungssprache" bezeichnet wird, aber von der Sprachpolitischen Abteilung des Europarats zuletzt mit dem Begriff "Sprachen der schulischen Erziehung/ Bildung (language(s) of school education)" belegt wurde. Unser Arbeitsbegriff ist Mehrheitsprache, ein Terminus, den wir sehr wahrscheinlich während des Projekts revidieren werden. Besonders Mehrhheitssprachenunterrichtende wurden für monolinguales Unterrichten ausgebildet und werden durch die sprachliche Diversität herausgefordert. Schulsysteme haben verschiedene Wege in verschiedenen Bereichen (Schulorganisation, Curriculumentwicklung, Lehrerbildung…) gefunden, um sie zu unterstützen. Im Projekt werden wir das Wissen, die Ideen und die Initiativen die so entwickelt wurden, zusammenbringen, um so den Informationsfluss auf internationaler, aber auch auf regionaler/ nationaler Ebene zu verbessern. Unser Projekt passt zu Themenbereich D, da es sich mit “integrierter Didaktik” und “Vielfalt als Bereicherung” beschäftigt, aber es hat ebenso einen Zusammenhang mit dem Themenbereich B, da der Fokus auf Sekundarschulen liegt – ein Niveau auf dem die Unterstützung für Minderheitensprachen und besondere Angebote für Zweitsprachlernende oftmals nicht weitergeführt werden. Die Arbeit im Projekt wird auf die Aktivitäten im Bereich “Sprachen der schulischen Erziehung/ Bildung” der Sprachenpolitischen Abteilung aufbauen, indem die Konzeptionen und Ideen, die in diesem Arbeitsbereich, dem “Guide” und den dazugehörigen Referenzstudien elaboriert und operationalisiert werden, wobei wir uns auf einen klar definierten Anwendungskontext konzentrieren und eng mit Experten der Sprachpolitischen Abteilung kooperieren werden. Weiters werden wir Ergebnisse aus dem ersten und zweiten mittelfristigen Arbeitsprogramm des EFSZ integrieren und adaptieren, so etwa “JaLing” (das hauptsächlich auf die Primarschule fokussiert), "Tertiärsprachenlernen" (das sich hauptsächlich mit Fremdsprachenunterricht beschäftigt), "LEA" (das auf Lehrerbildung abhebt) und "VALEUR" (das den europäischen Plurilingualismus mit spezieller Berücksichtigung von Sprachen kleiner Sprachgemenischaften dokumentiert). Unser Projekt wird im Unterschied zu Erhebungen, die offizielle Kanäle benutzen, den Vorteil haben, dass es eine intensive Verbindung zur tatsächlichen Praxis in den betreffenden Ländern gibt. Wir werden uns auf Mehrheitssprachenunterricht in Sekundarschulen konzentrieren und weder eine vollständige Dokumentation noch Schulungsmaterialien anstreben. Wir werden Unterrichtsstrategien und die Unterstützung für Lehrkräfte durch andere Handlungsträger im Bildungssystem identifizieren und eine Sammlung illustrativer Unterrichtsfallstudien entwickeln.

Search

Bookmark and Share